Monat: August 2019

Kommunikation in der Transformation

Digitalisierung und Transformation sind zwei der bestimmenden Themen in vielen Unternehmen und Organisationen. Nicht selten werden die Begriffe auch kombiniert oder sogar synonym verwendet. Aus unserer Sicht empfiehlt es sich, eine klare Unterscheidung zu treffen: Digitalisierung umfasst für uns den technischen Teil, während wir unter Transformation den Teil verstehen, der die Organisation, also den Menschen, betrifft. Trotz dieser Unterscheidung gehören beide Begriffe selbstverständlich eng zusammen. Die technische Entwicklung, die mit der Digitalisierung verbunden ist, wird insbesondere von den Unternehmen effektiv eingesetzt werden, die es schaffen, ihre Organisation entsprechend zu transformieren.

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Ein einfaches Beispiel: Ein Unternehmen kann in die modernste IT investieren, wenn aber die Mitarbeiter kein Interesse zeigen, den Umgang mit den Möglichkeiten zu erlernen, ist diese IT lediglich ungenutztes Potenzial. Um diese Situation zu vermeiden, muss Transformation mit Digitalisierung synchronisiert werden. Das kann aber nicht verordnet werden, sondern muss eine Überzeugung werden. Und dafür bedarf es Kommunikation.

Kommunikation in der Transformation: Bewusstsein schaffen

Die Herausforderung ist so alt wie die Menschheit: Wenn sich etwas ändern soll, muss man die Menschen davon überzeugen, dass die Veränderung Sinn macht. Und das bedeutet zunächst einmal, dass überhaupt ein Bewusstsein für Veränderung vorhanden sein muss. Erfolgreiche Transformationsprozesse beginnen also damit, kommunikativ Bewusstsein zu schaffen.

Was zunächst trivial klingt, ist in der Realität oft eine Herausforderung. Viele Manager sehen den Transformationsbedarf in ihren Unternehmen als so offensichtlich und virulent an, dass sie es für unnötig halten, darüber zu sprechen. In der Belegschaft wird diese Sichtweise nicht immer geteilt. Das kann teure und zeitaufwendige Transformationsbemühungen zur Folge haben, die in den Tiefen der Organisation versanden, weil sie schlicht nicht verstanden werden oder nicht interessieren.

Deshalb muss am Anfang jeder Transformation zunächst das Bewusstsein geschaffen werden, dass diese Transformation notwendig ist. Dabei hilft, Perspektiven aufzuzeigen, Entwicklungsprognosen zu diskutieren und den Blick über den eigenen Tellerrand zu wagen, indem Veränderungen in anderen Branchen betrachtet und mit Betroffenen besprochen werden. Kommunikation in der Transformation ist Kommunikation über die Transformation.

Kommunikation in der Transformation: Sinn geben

Mit dem Bewusstsein für Veränderung wächst die Verunsicherung bei den Beteiligten: Welche Folgen hat die Transformation auf meinen Arbeitsplatz? Komme ich mit den veränderten Anforderungen zurecht? Oder ganz einfach: Was ist bei der Veränderung für mich drin? Sorgen, Wünsche und Ambitionen müssen ernst genommen werden. Mit den richtigen Antworten können sie Katalysatoren der Transformation werden. Mitarbeiter, die nicht nur ein Bewusstsein für die Notwendigkeit der Veränderung entwickeln, sondern auch für sich selbst eine Perspektive in der Transformation erkennen, werden Treiber und Botschafter des Prozesses.

Auch in dieser Phase ist Kommunikation der entscheidende Faktor. Information und Dialog müssen kontinuierlich stattfinden. Wer für Kommunikation keine Zeit findet, weil er sich um das Geschäft kümmern muss, riskiert das Geschäft.

Kommunikation in der Transformation: Wege bereiten

Transformation braucht Unterstützung von oben. In Anlehnung an Charles Handy meint das: Unternehmensführung kann heute nicht mehr alle Wege und Möglichkeiten kennen, aber sie muss bereit sein, Wege zu bereiten, wenn sie aufgezeigt werden. Transformation ist in der Digitalisierung selbst häufig der Transformation unterworfen. Deshalb sollten Mitarbeiter entscheiden können, wann sie den Weg zum Ziel verändern müssen. Aufgabe der Unternehmensführung ist es, das Ziel zu definieren und kompetente Mitarbeiter damit zu beauftragen, dorthin zu kommen. Kursänderungen, Umweg oder Abkürzungen sollten in der Entscheidungsfreiheit der Mitarbeiter liegen.

Dieser Punkt ist speziell in stark hierarchisch organisierten Unternehmen schwierig. Weder ist es die Unternehmensführung gewohnt, Freiheiten zu gewähren, noch sind es die Mitarbeiter gewohnt, mit Freiheiten umzugehen. Transformationsprozesse betreffen deshalb immer auch die Unternehmenskultur. Wege zu bereiten, bedeutet die Bereitschaft, eine Kultur zu etablieren, die Transformation unterstützt.

Kommunikation in der Transformation: Bewusstsein stärken

In jedem Veränderungsprozess gibt es Erfolge und Rückschläge. Über beides muss offen kommuniziert und diskutiert werden. Wichtig dabei ist, das Bewusstsein für die Notwendigkeit der Transformation immer wieder zu bestärken. Wenn ein Projekt scheitert, bedeutet das nicht, dass die gesamte Transformation gescheitert ist. Es muss ein anderer Weg zum Ziel eingeschlagen werden.

Die Bereitschaft zur kontinuierlichen Transformation wird eine tragende Säule von Unternehmen werden. Deshalb muss auch das Bewusstsein kontinuierlich gestärkt werden. Sich dies immer wieder ins Gedächtnis zu rufen, ist wichtig, da jeder Prozess nach einer Weile zur Routine wird und damit im Bewusstsein verdrängt wird. Kommunikation in der Transformation über die Transformation ist der Schlüssel, um das zu verhindern.

Wenn Sie sich mit dem Thema Kommunikation in der Transformation beschäftigen, sprechen Sie uns gerne an. Als Agentur und Beratung begleiten wir Sie gerne in Ihrem Prozess. In unserem Kontaktformular können Sie uns eine Nachricht hinterlassen. Wir melden uns dann gerne bei Ihnen.

Corporate Language: Sprache als Ausdruck der Unternehmensidentität

Menschen, die sich beruflich mit Sprache beschäftigen, sind meist leidensfähig. Haben sie sich doch ein Tätigkeitsfeld gewählt, bei dem alle mitreden können. Denn Lesen und Schreiben sind fester Bestandteil der Schulbildung und Bildung verleiht Kompetenz. Obwohl dies eine unbestreitbare Tatsache ist, gibt es graduelle Unterschiede in der Fertigkeit der Sprachbeherrschung – insbesondere bei Corporate Language. Gerade in der Unternehmenskommunikation werden diese feinen Nuancen öfter sichtbar als es den Verantwortlichen lieb sein kann. Da präsentiert sich das innovative und unkomplizierte High-Tec-Unternehmen im Internet sprachlich schon mal als Buckelpiste juristischer Sprachverwehungen.

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Und ob jemand vor Glück schreit, wenn er liest, welches Ziel ein Anbieter mit seinem Online-Shop verfolgt, darf zumindest angezweifelt werden: „Unser Ziel ist es, unseren Kunden und Kundinnen ein breit gefächertes Sortiment topaktueller Schuhe und Modeartikel mit einem exzellenten Kundenservice und den Vorteilen des unkomplizierten und sicheren Online-Shoppings erlebbar zu machen.“

Man mag darüber schmunzeln, dass es jemand geschafft hat, das Wort unkompliziert in diese komplizierte Konstruktion zu schmuggeln. Entscheidender aber ist der Eindruck, der hier über Sprache transportiert wird: das vermeintlich unkomplizierte Einkaufen in einem Online-Shop wird durch das Sprachungetüm ungewollt ad absurdum geführt. Und da liegt der Hase begraben oder der Hund im Pfeffer: Sprachlich knapp vorbei trifft oft genau den Nerv – allerdings den falschen.

Sicher, eine unglückliche Formulierung kann immer mal vorkommen. Nobody is perfect. Nicht selten mangelt es aber an einem grundsätzlichen Verständnis dafür, welchen Stellenwert Sprache für ein Unternehmen haben sollte. Corporate Identity und Markenbild mögen noch so sauber definiert sein, entsprechende Vorgaben für eine damit in Einklang stehende Corporate Language finden sich selten. Dabei ist das weder ein Hexenwerk noch braucht es ein Regelwerk, das den Umfang des Dudens sprengt. Das Bewusstsein für den Umgang mit Sprache im Sinne der Unternehmensidentität setzt die notwendigen Leitplanken automatisch. Dieses Bewusstsein zu schaffen, ist eine wichtige Aufgabe der Unternehmenskommunikation – und zudem eine kontinuierliche.

 

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