Digitalisierung und Transformation: Hör nie auf anzufangen

Digitalisierung und Transformation

„Fang nie an aufzuhören, hör nie auf anzufangen“ lautet ein Zitat des römischen Politikers und Philosophen Cicero, das rund 2.000 Jahre nach seiner ersten Verwendung ein sehr passendes Motto für den Umgang mit der Digitalisierung ist. Nur noch wenige Unternehmen oder Verbände beschäftigen sich nicht mit der Digitalisierung und ihren Auswirkungen auf Geschäftsmodelle und Verbraucherverhalten. Um im Zitat zu bleiben: Angefangen haben die meisten, einige beginnen aber auch schon wieder aufzuhören. Nicht, weil sie die Digitalisierung für sich als irrelevant erkannt hätten, sondern meist, weil die Antwort auf eine entscheidende Fragte fehlt: Warum machen wir das?

Die Beschäftigung mit der Digitalisierung ist fast immer der Beginn einer Transformation, also eines Veränderungsprozesses. Und erfolgreiche Veränderung braucht einen Sinn. Wer nicht erklären kann, warum etwas anders gemacht werden soll, wird Schwierigkeiten haben, Mitstreiter zu finden. Das gilt auch für die Digitalisierung. Dabei zu sein, weil alle dabei sind, reicht nicht aus. Selbst die Erkenntnis, dass an der Digitalisierung kein Weg vorbeiführt, wird nicht nachhaltig überzeugen, wenn nicht definiert wird, was der eigene Weg sein soll.

Digitalisierung muss sinnstiftend sein

Digitalisierung ist viel mehr als Technik. Die Technik ist am Ende lediglich die physikalische Umsetzung einer Idee oder eines Verständnisses im Rahmen der aktuellen Möglichkeiten. Entscheidend ist die Idee oder das Verständnis. Deshalb beginnt Digitalisierung im Kopf. Ihr Beitrag muss Sinn stiften und erkennbar dazu beitragen, das Geschäftsmodell zukunftsfähig zu machen. Wer sich lediglich darum bemüht, vorhandene Prozesse in ein digitales Modell zu übertragen, arbeitet später analog im Digitalen.

Am Anfang aller digitalen Pläne sollte deshalb eine Vision stehen, wohin sich das eigene Unternehmen in den nächsten Jahren entwickeln soll. Mit der Vision definiert sich der Weg, der eingeschlagen werden sollte und entsprechend auch die Strategie, die für eine Umsetzung notwendig ist. Gleichzeitig lässt sich auch die Frage, warum etwas gemacht wird, nun beantworten.

Mehr zum Thema:  Kommunikation nach Corona: Was machen Unternehmen?

Leitbild entwickeln

Digitalisierung und Transformation brauchen einen Überbau in Form eines Leitbilds. Mit einem Leitbildprozess ist immer die intensive inhaltliche  Auseinandersetzung mit Unternehmen und Zukunft verbunden. Dies wiederum bildet die Basis für eine sinnstiftende Fundierung und Kommunikation. Gleichzeitig wird in einem Leitbildprozess definiert, durch welche Eigenschaften und Verhaltensweisen das anvisierte Ziel erreicht werden soll. Auch dabei ergeben sich durch die Digitalisierung viele Veränderungen im Vergleich zu traditionellen Unternehmenskulturen.

Wie ein solcher Leitbildprozess gestaltet wird, können Sie hier lesen.

 

Der Leitbildprozess

Die Corona-Pandemie: ein Change-Prozess im Macro-Maßstab

Die Corona-Krise hat sich zum größten Change-Prozess weltweit entwickelt. In ungeahnter Geschwindigkeit wurden Lebensumstände und Gewohnheiten eingeschränkt und es reift die Erkenntnis, dass dies nicht nur ein kurzer temporärer Einschnitt sein wird. Betrachtet man die aktuelle Situation aus der Perspektive der Change-Theorie zeigt sich, dass die Kübler-Ross-Kurve der Veränderungsphasen auch auf der ganz großen Macro-Ebene…

2 comments
Kommunikation nach Corona

Kommunikation nach Corona: Was machen Unternehmen?

Aktuell erfahren Menschen auf der ganzen Welt eine Veränderung, die sie nie für möglich gehalten hätten. Die Einschränkung der persönlichen Freiheit ist zum Normalzustand geworden. Die soziale Isolation ist Selbstschutz. Und niemand kann genau sagen, wie lange dieser Zustand anhalten wird. Und dennoch befassen sich eine Reihe von Unternehmen bereits jetzt mit der Frage, welche…

Interne Kommunikation

Interne Kommunikation: „Kauf mich“ zieht nicht

Die Erkenntnis, dass es im Marketing mit einer klassischen Kauf-mich-Botschaft heute nicht mehr getan ist, ist schon lange nicht mehr neu. Erstaunlicherweise gilt das für die interne Kommunikation häufig nicht. Um die Transformation der Organisation in der Digitalisierung zu beflügeln, wird regelmäßig mit lieblosen Prawda-Parolen gearbeitet. „Wer nicht mitzieht, ist raus“ ist da noch eine…

Mehr zum Thema:  Witzige Beamte zum Feiern gesucht – Stereotype in der Kommunikation
Der Leitbildprozess

Der Leitbildprozess: der Transformation eine Richtung geben

„Die Zukunft soll man nicht voraussehen wollen, sondern möglich machen.“ Dieses bekannte Zitat von Antoine de Saint-Exupery eignet sich gut als Überschrift für einen Leitbildprozess. Denn genau darin liegt der Sinn des Leitbildprozesses: einen Weg in die Zukunft aufzuzeigen, auf dem alle mitgenommen werden und mit Überzeugung daran arbeiten, dass möglich wird, was man sich…

Digitalisierung und Transformation

Corporate Identity: Bewusstsein steuert Veränderung

Das Konzept der Identität von Unternehmen, Corporate Identity genannt, ist nicht neu, aber es erlebt seit geraumer Zeit eine intensive Renaissance. Waren es zunächst die großen Unternehmen der Wirtschaft, die sich mit ihren Leitbildern auseinandergesetzt haben, sind es mittlerweile auch viele KMUs, Verbände und öffentliche Institutionen, die die Notwendigkeit erkannt haben, sich stärker mit der…