Social Media in der PR-Arbeit

Technik Kommunikation modern Social Media

Kann man heute eigentlich noch PR-Arbeit für eine Marke oder ein Unternehmen machen, ohne die sozialen Medien in die PR-Strategie einzubeziehen? Man kann, aber man sollte sich das sehr genau überlegen. Denn mit Social Media ist die Kluft derer, die eine aktive Eigendarstellung betreiben und denen, die lieber im Verborgenen darauf warten, dass sie entdeckt werden, noch größer geworden. Warum? Weil die Zeit, die die eigene Zielgruppe bei den sozialen Medien verbringt, schlicht und einfach für die Suche nach den Schattenblüten fehlt. Und alle Prognosen deuten darauf hin, dass dieser Zustand sich nicht entscheidend zugunsten der Zögernden verbessern wird – ganz im Gegenteil.

weiterlesen

Lange schon kommt keine Strategie für eine systematische Public Relations mehr ohne Aktivitäten im Online-Bereich aus. Wenn es aber an die Einbeziehung der sozialen Medien geht, scheiden sich die Geister. Was für die einen die einzig wahre Zukunftsstrategie ist, ist für die anderen vor allem ein Kosmos voller Ungewissheiten mit hohem Zeit- und Kostenaufwand. Und an beidem ist was dran. Wer sich Studien über das Mediennutzungsverhalten jüngerer Menschen anschaut, erkennt, dass Online-Medien, insbesondere soziale Netzwerke, massiv dominieren. Nun sollte eine Kommunikationsstrategie nach Möglichkeit mehr als nur eine Zielgruppe erreichen. Zumal es noch eine Weile dauern wird, bis die jüngeren Menschen für viele Unternehmen und Marken als Zielgruppe wirklich interessant sind. Auf der anderen Seite: Wenn es so weit ist, kennt die Zielgruppe dann überhaupt die Marke?

Definierte Ziele als Voraussetzung für Taktiken

Damit sind wir bei einem wichtigen Aspekt einer strategischen Kommunikation: der vorausschauenden Planung. Eine Strategie sollte zumindest ein Ziel verfolgen. Und zwar so, dass dieses Ziel einen Zustand in der Zukunft beschreibt, aus dem heraus eine weiterhin positive Entwicklung erfolgen kann. Dazu gehört, sich ändernde Rahmenbedingungen zu antizipieren und so weit wie möglich zu berücksichtigen. Für den Weg vom aktuellen Zustand zum strategischen Ziel mag es unterschiedliche Taktiken geben, aber das Ziel muss eindeutig definiert sein.

Soll also eine Strategie für die PR-Arbeit entwickelt werden, die auf eine Zielgruppe gerichtet ist, die als 40+ definiert wird, gehört es zu den grundsätzlichen Überlegungen zu berücksichtigen, wie die Zielgruppe der aktuell 30jährigen Kommunikation „konsumiert“. Denn zehn Jahre sind schneller vorbei als man denkt. Wer Kinder hat, weiß was gemeint ist.

Dass dennoch viele Unternehmen die sozialen Medien in ihrer PR-Arbeit meiden, hat weniger damit zu tun, dass sie nicht strategisch planen. In der Regel schrecken sie vor den hohen Kosten zurück. Und es wäre gelogen, diese zu bestreiten. Hilfreich ist es, sie als Investitionen zu betrachten. Schließlich wird auch der Maschinenpark der Produktion regelmäßig modernisiert. Ganz zu schweigen von der IT-Infrastruktur. Im Bereich der Stakeholder-Kommunikation ist man dies eher nicht gewohnt, schon gar nicht, wenn es auch noch personalintensiv ist. Insofern ist die Verweigerungshaltung in ihrer Konsequenz durchaus strategisch: Denn wer seiner Zielgruppe lang genug aus dem Weg geht, braucht nach einer gewissen Zeit auch keine Kommunikation mehr.